Ist Bitcoin überhaupt noch attraktiv? Was dafür und dagegen spricht…

Der Hype um die Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin zum Jahresende 2017 ist dir mit Sicherheit noch im Gedächtnis. Danach kam im Prinzip das, was irgendwann hätte kommen müssen: Es kam bei mehreren Kryptos zu teils erheblichen Kurskorrekturen nach unten – die Euphorie war zunächst gedämpft.

Nun ist die Zukunft von Bitcoin & Co. offen, da die Kurse sich eine relativ gleichmäßige Achterbahnfahrt liefern. Mittlerweile haben sich auch schon Alternativen zur Blockchain wie zum Beispiel Hashgraph entwickelt.

In diesem Artikel möchte ich dir einmal meine Einschätzungen in Form von ein paar Pro- und Kontra-Argumenten wiedergeben, ob es für den Bitcoin noch eine glorreiche Zukunft geben kann.

Pro-Argumente: Was spricht für Bitcoin?

Pro #1: Die technische Weiterentwicklung

Seit der ersten Veröffentlichung des Bitcoin und der dazugehörigen Blockchain hat sich von technischer Seite eine Menge getan. IT-Experten auf der ganzen Welt haben die Technologie hinter dem Bitcoin erheblich weiterentwickelt. Besonders im Bereich der Skalierung konnten durch die sogenannte Lightning Methode Fortschritte beim Transaktionsaufwand erzielt werden.

Der Quellcode ist heute auf einem bereits sehr hohen Niveau ausgereift und wird auch in Zukunft weiter optimiert werden, was wiederum die Effizienz und die Breite der Nutzungsmöglichkeiten verbessert.

Pro #2: Gesellschaftlicher Bekanntheitsgrad

Die Blockchain-Technologie wird von den meisten Experten in höchsten Tönen gelobt. Prognosen behaupten regelmäßig, dass sie unsere heutige Welt noch radikal verändern wird. Damit haben auch Kryptowährungen wie der Bitcoin gute Chancen, vom Wachstum der Technologie zu profitieren.

Mit dem Bitcoin-Hype 2017 fand das Thema auch zunehmend in den „Mainstream-Medien“ statt, sodass im Jahr 2018 eine größere Zahl an Menschen zumindest schon mal etwas von Bitcoin und Blockchain gehört hat. Gerade im Krypto-Bereich kann ein bereits vorhandener Bekanntheitsgrad die Verbreitung erheblich vereinfachen und verschlingt womöglich auch weniger Marketingbudget.

Pro #3: Einstieg von Banken in die Krypto-Szene

Bitcoin hat das Potenzial, weit mehr als nur eine direkte Spekulationswährung darzustellen. Die Einbindung als Finanzinstrument kann bei steigendem Vertrauen eine größere Rolle für Banken und Versicherungen einnehmen.

Zur Hochphase des Hypes wurden die ersten Bitcoin-Futures herausgegeben und somit das Spektrum des Derivate-Geschäfts erweitert. Auch ETFs auf Bitcoin sind bereits in den Planungen, die bisher aber an den Aufsichtsbehörden gescheitert sind.

Es ist aber durchaus möglich, dass diese Blockade irgendwann aufgehoben wird. Damit würde ein neues Anlagefeld für Banken und Pensionsfonds eröffnet, in das jede Menge Kapital fließen kann.

Kontra-Argumente: Was spricht gegen Bitcoin?

Kontra #1: Aufsichtsrechtliche Verbotswellen

Es ist kein Geheimnis, dass Bitcoin leider auch für illegale Zwecke genutzt werden kann bzw. eine Möglichkeit darstellt, Geldbeträge länderübergreifend ohne staatliche Kontrolle zu transferieren. Das löst bei einigen Staaten erhebliche Bedenken aus und so haben unter anderem Russland, China und Bangladesch den Krypto-Handel verboten.

Auch in anderen Ländern betrachten die Finanz- und Aufsichtsbehörden die Kryptowährungen kritisch. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich auch andere Länder dazu entscheiden könnten, den Handel mit Bitcoin & Co. zu verbieten oder mit erheblichen regulatorischen Auflagen zu versehen.

Eine derartige Entwicklung wäre mit Sicherheit nicht im Sinne der Erfinder und könnte das Wachstumspotenzial der Kryptowährungen eindämmen.

Kontra #2: Schwache ICOs und Shitcoins

Der Krypto-Hype 2017 hat dafür gesorgt, dass Startup-Finanzierungen mitunter über Ether oder Bitcoins abgewickelt werden konnten. Darüber hinaus entstanden und entstehen heute noch neue Währungen über Initial Coin Offerings (ICO), bei denen es in der Vergangenheit leider teilweise zu Diebstählen und Betrügereien gekommen ist.

Auch die Finanzierungen sind nicht immer reibungslos verlaufen, haben einfach nicht genug Kapital eingespielt oder zugrundeliegende Startups sind krachend gescheitert. Für die Vertrauensbasis in Kryptos und Bitcoin im Speziellen und den Anlage-Anreiz ist das natürlich wenig förderlich.

Hinzu kommt, dass mit den zahlreichen ICOs auch viele Shitcoins auf den Markt gekommen sind. Damit sind die Kryptowährungen gemeint, die zum Teil aus sinnlosen oder absurden Beweggründen gegründet worden sind.  Bei denjenigen, die diese Coins immer noch halten, haben sich mittlerweile hohe Verluste entwickelt, da die Währungen nicht wirklich zu gebrauchen sind.

Es wird damit gerechnet, dass 2018 mehrere Kryptowährungen bzw. Shitcoins wieder vom Markt verschwinden werden – ein Schicksal, das Bitcoin zwar nicht unmittelbar erwartet, jedoch kein absolut unrealistisches Szenario darstellt. Ähnlich wie bei den Betrugsfällen sind dutzende gescheiterte Kryptowährungen kein besonders starkes Argument für hohe Investitionen in Bitcoin.

Kontra #3: Fehlende Alltagstauglichkeit

Bitcoin existiert nun schon mehrere Jahre am Markt, als Zahlungsmittel hat er sich aber nach wie vor nicht durchsetzen können. Zu groß sind oft die Risiken, die Skalierungsprobleme sind noch nicht umfassend gelöst.

Auch die hohe Volatilität, die 2017 angefangen und bis heute Bestand hat, erschweren die Umsetzung als Alternative zu den nationalen Währungen. Stabile Umrechnungskurse sind für den alltäglichen Kapitalverkehr von entscheidender Bedeutung, der Kurs des Bitcoin hingegen scheint unberechenbarer als nationale Währungen und lässt sich kaum kontrollieren.

Zudem fehlt für eine Alltagsnutzung wie zum Beispiel im E-Commerce oder sonstigem Warenverkehr im Privatbereich noch die breite Masse an interessierten Nutzern. Vor allem die Deutschen fürchten ohnehin schon die Abschaffung des beliebten Bargelds, eine rein digitale Währung löst daher bei den wenigsten hohe Begeisterung aus.

Dementsprechend dünn fällt auch das Angebot an Bezahlmöglichkeiten mit Bitcoin aus. Auch andere Kryptowährungen, die für diesen Zweck zum Teil sogar besser geeignet sind, stehen bei der Verbreitung eher schlecht da. Ein schlagartiger Durchbruch erscheint zunehmend unwahrscheinlicher.

Mein Fazit zur Entwicklung des Bitcoins

An meinen Pro- und Kontra-Argumenten wirst du jetzt wahrscheinlich festgestellt haben, dass ein eindeutiges Urteil zur weiteren Entwicklung von Bitcoin schier unmöglich ist. Es bleibt schwer abzusehen, ob die Chancen die Risiken überbieten werden und der Bitcoin als Pionier der Kryptowährungen einen erfolgreichen Weg einschlagen kann.

Es kann ebenso zu einem langsamen Ende der Krypto-Szene kommen, während sich die Blockchain-Technologie auf andere Weise ihren Erfolgsweg bahnt. Zum heutigen Zeitpunkt sind beide Szenarien völlig offen.

Wichtig aus meiner Sicht ist es, das Thema Bitcoin und Blockchain nicht als hochriskant und komplex abzuschreiben, sondern den Bereich weiter zu beobachten. Ich gehe davon aus, dass es hier weiter spannend bleiben wird.

 

Wie beurteilst du die aktuelle Lage des Bitcoin?

Geht die Kryptowährung ihrem langsamen Ende zu oder haben wir es hier nur mit einer Verschnaufpause zu tun?

Ich bin gespannt auf deine Meinung 🙂

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