5 knallharte Gründe, warum Gründer immer wieder scheitern

Nenne mir mal spontan ein Startup, das mit seiner Geschäftsidee gescheitert ist und nicht mehr am Markt existiert. Gar nicht so einfache Frage, oder? Viel eher bleiben uns die jungen Unternehmen im Kopf, deren Businessmodell durch die Decke geht und hohe mediale Präsenz genießen dürfen.

Bevor sich ein Gründer im Wettbewerb erfolgreich behaupten und etablieren kann, sind geschätzt ein Dutzend mit ihrer Idee gescheitert. Im Grunde genommen ein trauriges Verhältnis, das sich jedoch oft auf die immer gleichen Gründe zurückführen lässt. In diesem Artikel möchte ich dir einmal fünf dieser eklatanten Fehler aufzeigen.

Fehler Nr. 1: Kein vorhandener Markt

Beginnen wir gleich mal mit dem am häufigsten Fehler, der laut einer Datenbank von CB Insights von frisch gegründeten Unternehmen begangen wird. Du bist Gründer und hast eine (aus deiner Sicht) bahnbrechende und coole Idee, die im besten Fall die ganze Welt revolutionieren kann.

Viele Gründer nehmen sich aber nicht ausreichend Zeit dafür, ihre Zielgruppe genau zu analysieren. Und selbst wenn du deine Zielgruppe soziodemographisch genau ermittelt hast, scheitern im Anschluss viele Unternehmen an der Markt-Frage.

Eine der wichtigsten Fragen für jeden Gründer muss sein: „Welches Problem löse ich für meine Zielgruppe?“ – wenn du hierauf keine klare Antwort findest oder das Problem für deine Zielgruppe keinen besonderen Pain Point darstellt, dann wird der Erfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit ausbleiben.

Schnelles Starten ist zwar notwendig, um sich nicht zu lange an der grauen Theorie festzuhalten, gar keine Frage. Gescheiterte Startups beziehungsweise Gründer sind deutlich besser beraten, zum Beispiel durch Mentoren-Coaching in der Frühphase rechtzeitig Probleme bei der Definition von Problemlösung, Markt und Zielgruppe festzustellen.

Fehler Nr. 2: Wenn das Geld ausgeht…

So ein Aufbau eines Unternehmens erfordert je nach Geschäftsidee ein recht stattliches Startkapital und idealerweise einen starken Management-Partner, um überhaupt die Entwicklung und das nachfolgende Wachstum des Business zu gewährleisten. Besonders vielversprechende Startups werden in diesem Zusammenhang regelmäßig über verschiedene Wege (beispielsweise Venture Capital) mit Millionenbeträgen von Investoren beglückt.

Trotz Vorschusslorbeeren scheitern Gründer besonders häufig aufgrund schlechter Finanzplanung. Das Haushalten mit Budgets, ein finanziell angemessener Einsatz von Ressourcen oder schlicht der Überblick über die Liquiditätsplanung: Vieles wird in diesem Bereich eher vernachlässigt, da Gründer sich in die Produktentwicklung vertiefen und den Blick auf die Finanzen aus den Augen verlieren.

Oftmals ist der mangelhafte Umgang mit dem Thema Finanzen darauf zurückzuführen, dass die Kompetenzen des Gründerteams eher einseitig verteilt sind. Wenn die Gründer beispielsweise nur auf dem technischen Bereich entstammen, fehlt in der Regel der Mann (oder die Frau) für die finanziellen und betriebswirtschaftlichen Bereiche.

Gründerfehler Finanzen

Fehler Nr. 3: Kommunikation mit dem Team

Eine ebenfalls häufige Ursache für das Aus junger Unternehmen sind gravierende Probleme und Uneinigkeiten innerhalb des Gründerteams. Aus meinen eigenen Engagements habe ich unter anderem gelernt, dass die Konstellation des Teams und eine gemeinsame Vorstellung über die Entwicklung des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sind.

Genau das macht die Zusammenstellung eines Gründerteams auch so schwierig. Jeder Gründer sollte vor allem in der Aufbauphase des Unternehmens die gleichen Vorstellungen verfolgen, sodass das gemeinsame Ziel am Ende auch erreicht werden kann. „Gemeinsam an einem Strang ziehen“ ist hier das Stichwort.

Ein Beispiel: Dein Gründerteam steht und die Arbeit kann eigentlich losgehen. Leider entpuppen sich deine Partner für Finanzen und Vertrieb im weiteren Verlauf als ziemliche Querdenker. In den Meetings für die weitere Wachstumsstrategie stellen sich die beiden Partner gegen die Meinung des restlichen Gründerteams.

Es entsteht eine Blockade und auch menschlich beginnt es unter den Gründern zu kriseln. Konfliktlösungsansätze verlaufen im Sand, das Team wird zunehmend unzufriedener und eigentlich möchte man so nicht mehr miteinander zusammenarbeiten oder beginnt, unterschiedliche Ziele mit dem Unternehmen zu forcieren.

Du kannst dir sicher denken, wie in solchen Situationen der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens in Zukunft aussehen wird…

Fehler Nr. 4: Fehlender USP bei zu starkem Wettbewerb

Jede Branche hat unterschiedlich hohe Markteintrittsbarrieren. Vor allem wenn sich die Teilnahme am Markt grundsätzlich etwas schwieriger gestaltet, ist ein Alleinstellungsmerkmal ein besonders hilfreiches Mittel für die Gründer.

Diese Unique Selling Proposition (USP) ist gar nicht so einfach zu erreichen. Für eine Vielzahl von Gründern wird das jedoch zum Problem, wenn die Wettbewerber bereits eine große Marktmacht ausüben.

Gerade in Wachstumsphasen sind nämlich taktische Mittel wie zum Beispiel die Preispolitik bei fehlendem Alleinstellungsmerkmal eine eher kurzsichtige Lösung, um das Unternehmen vor dem Scheitern zu bewahren.

In jedem Fall ist man gut beraten, wenn man sich bereits in der Entwicklungsphase Gedanken um den eigenen USP macht. Dieser muss aber auch per Definition tatsächlich wirksam sein und sich nicht so einfach von anderen Unternehmen übernehmen lassen.

MM-digital bietet externe Hilfestellungen für Gründer in Form eines Workshops oder einer Beratung und kann dabei helfen, eine unabhängige Sicht auf das Produkt und somit neue Ansätze beim Findungsprozess des USP zu erhalten.

Fehler Nr. 5: Das Produkt selbst

Der wahrscheinlich naheliegendste Grund, warum Gründer mit ihrer Geschäftsidee immer wieder scheitern, ist die Ausgestaltung des Produkts oder der Dienstleistung selbst. Hier sind wiederum mehrere Fehlerquellen möglich:

  • Der entwickelte Prototyp lässt sich nicht wie geplant realisieren und herstellen
  • Die Kalkulation der Kosten für Einkauf, Herstellung, Vertrieb und Verwaltung geht nicht auf und es kann nicht profitabel gewirtschaftet werden
  • Das Produkt erscheint zum „falschen“ Zeitpunkt – Wettbewerber waren schneller und/oder können das qualitativ bessere Produkt anbieten
  • Oder ganz simpel: Das Produkt löst kein Problem und wird zudem schlecht umgesetzt

Es ist grundsätzlich nicht falsch, ein noch unfertiges Produkt in eine Testphase zu schicken und darauf aufbauend weiter zu optimieren. Allerdings passiert es nicht selten, dass das Gründerteam falsche Schlüsse zieht, das Produkt dann eher „verschlimmbessert“ und am Ende die Sales für die weitere Finanzierung des Projekts fehlen.

Im schlimmsten Fall reitet man sinnbildlich ein totes Pferd und programmiert sein Scheitern aufgrund eines überschätzten Produktes bereits vor.

Meine Bitte an alle Gründer da draußen:

Das war jetzt nur eine Auswahl an Ursachen, die dafür sorgen können, dass eine gute Geschäftsidee letztendlich nicht realisiert werden kann und zum Erfolg führt.


Nehmt euch ausreichend Zeit, um eure Geschäftsidee ordentlich zu prüfen und stabile Strukturen in eurem Unternehmen und rund um das Produkt zu schaffen. So könnt ihr verhindern, dass ihr viele unnötige Stunden in euer Projekt investiert, die mit etwas mehr Sorgfalt in der Early-Bird-Phase gar nicht notwendig gewesen wären.

Hinterfragt euch und euer Produkt regelmäßig und verliert nie die Problemlösung eurer Zielgruppe aus den Augen. Stellt ein thematisch ausgeglichenes Gründerteam zusammen, das an der gleichen Vision arbeitet. So stehen die Chancen gut, dass sich euer Unternehmen mit der richtigen Idee auch prächtig entwickeln kann.


MM-digital: Der Lösungspartner für dich als Gründer

Als Unterstützung biete ich allen Gründern mein Know-How und mein Netzwerk an, die Interesse an einem erfolgreichen Wachstum ihrer Geschäftsidee haben. Meine langjährige unternehmerische Erfahrung möchte ich dazu nutzen, engagierten und ehrgeizigen Menschen Power und Inspiration bei der Umsetzung ihrer Vorstellungen mitzugeben. Auch finanziell kann ich dir als Gründer mit einer Seed-Finanzierung unter die Arme greifen.

Unter der Marke MM-digital berate ich Vorstände und Geschäftsführer unterschiedlicher Branchen vor allem in den Themenbereichen…

  • Strategie / Business-Entscheidungen

  • Marketing / Sales / Vertrieb

  • Wirksames Management / Organisation / HR

  • Investment / Finanzen

Mehr Informationen, wie ich dir als Gründer bei deinem Business helfen kann, findest du hier.

Wenn du einen Gründer kennst, der sich gerade in der Aufbauphase seines Unternehmens befindet, dann leite ihm doch diesen Artikel weiter und bewahre ihn vor diesen fundamentalen Fehlern.

Meine Buchtipps

Digital Innovation Playbook. Das unverzichtbare Arbeitsbuch für Gründer, Macher und Manager

Lean Startup: Schnell, risikolos und erfolgreich Unternehmen gründen

So läuft Start-up: Mein Leben, meine Erfolgsgeheimnisse

Meine Videotipps

„Fuckup Nights“: Startup Gründer berichten über ihr Scheitern – sehr aufschlussreich

Gedankentanken – Immer eine gute Anlaufstelle für den Business-Bereich, eben auch für das Thema Scheitern

Bilder: pexels.com

 

Autor: maerzinger

#Mario Märzinger gilt als umfassend anerkannter Digital-Experte und Manager. Über 15 Jahre Erfahrung in Unternehmen, mit zuvor 10 Jahren wissenschaftlicher Ausbildung, runden sein einzigartiges Profil ab.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s