Wie dir die OKR-Methode mehr Power für deine Zielerreichung im Business liefert

Ziele setzen und messen – oder anders gesagt: Täglich grüßt das Murmeltier. Management-Methoden zu diesem Thema gibt es dazu wie Sand am Meer. Seit 1999 vertraut Google auf die sogenannte „Objective and Key Results“ Methode, kurz OKR.

Dass ein Internet-Konzern so lange bei der gleichen Methode bleibt muss einen triftigen Grund haben. Ich zeige dir, was es mit der OKR-Methode auf sich hat und wie sich das Thema Ziele in deinem Business dadurch drastisch verbessern kann.

Die Basics: Was ist OKR?

Die Objectives and Key Results Methode dient dazu, Ziele sinnvoll zu definieren und im Anschluss auch messen zu können. Um es auf den Punkt zu bringen:

Jedem Ziel (Objective) werden messbare Schlüsselergebnisse (Key Results) zugeordnet.

Aus dieser Grundstruktur heraus werden die Erfolge gemessen und in regelmäßigen Abständen neue OKR gebildet beziehungsweise die bisherigen aktualisiert. Auf diese Weise schaffst du es, eine schwer greifbare Vision in konkrete Zielsetzungen umzuwandeln. So wie zum Beispiel Bill Gates, der als Vision einen PC auf jedem privaten Schreibtisch gesehen hat.

OKR haben den Vorteil, dass sie auf unterschiedlichen Ebenen eines Unternehmens eingeführt werden können. Ziele und deren Key Results kann ich beispielsweise auf der Unternehmensebene festlegen, genauso sind aber Ressort-, Team- oder Mitarbeiterebenen denkbar.

OKR in Unternehmen einführen – wie geht man vor?

Wenn Objectives und Key Results auf Unternehmensebene festgelegt werden, dann erfolgt eine Art „Synchronisation“ der OKR mit den Ebenen der Teams und Mitarbeiter. Während Unternehmensziele eine Art Big Picture liefern, definieren persönliche OKR die Tätigkeiten und Ziele jedes Mitarbeiters.

Dieses Big Picture, dass Top Down auferlegt wurde, ist dabei keinesfalls ein starres Konstrukt. Auf umgekehrtem Wege reflektieren einzelne Mitarbeiter und Teams ihre Kompetenzen und Fähigkeiten und verhandeln das Feintuning ihrer OKR. Somit gewährleistet man zum einen, dass die relevanten Ziele aus der Unternehmensebene kommen und zum anderen die Team- und Mitarbeiterebenen realistische (aber trotzdem ambitionierte) OKR erhalten.

Objectives

  • In erster Linie qualitativ oder inspirativ, führen häufig auf die übergeordnete Vision der Geschäftsführung zurück
  • Zeitlicher Horizont ist für eine regelmäßige Überprüfung erforderlich
  • Unabhängig vom Team erreichbar

Key Results

  • Verfügen im Idealfall über die S.M.A.R.T.-Eigenschaften von Zielen
  • Ambitioniert, sollten aber dennoch machbar sein
  • Wichtig ist vor allem die Quantifizierung der Objectives

Mit OKR werden die Ziele im Unternehmen transparent und greifbar

Im Gegensatz zur oft verwendeten Management by Objective (MbO) Methode, die Zielvereinbarungen an Boni und Beförderungen knüpft, sind OKR offen kommunizierte Zielsetzungen, die jedoch nicht zur verbindlichen Leistungsbeurteilung herangezogen werden.

Bedeutet: Ein schlechtes Abschneiden bei den OKR für den einzelnen Mitarbeiter wird nicht sanktioniert, sondern sagt vielmehr etwas darüber aus, wie die neuen OKR festgelegt werden sollten. Dieses Vorgehen setzt aber eben voraus, dass die Zielsetzung zuvor eine gewisse Ambition und Risikobereitschaft beinhaltet hat.

Bei Google beispielsweise sind die OKR jeder Einheit im Unternehmen öffentlich einsehbar, sodass sich theoretisch jeder Mitarbeiter ein Bild der Ziele seiner Kollegen machen kann. Das ist vor allem ein wichtiger Schritt zur besseren Kommunikation, da nun jeder weiß, wo beim Gegenüber aktuell die Schwerpunkttätigkeiten liegen.

Wie könnten Objectives und Key Results aussehen – ein Beispiel

Bleiben wir mal bei der eingangs erwähnten Vision von Bill Gates, dass in jedem Privathaushalt ein PC auf dem Schreibtisch stehen soll. Das wäre an dieser Stelle unser Objective. Um das zu erreichen, legen wir als Nächstes unsere Schlüsselergebnisse fest. Diese könnten lauten:

  • Senkung der PC-Produktkosten für den Endverbraucher auf unter 1.000€
  • Vertriebs-Rollout auf 100 Länder insgesamt
  • Umsatz bis zum Jahr 1998 auf 500 Millionen steigern

Die Ziele / Objectives müssen an dieser Stelle zwar keine messbare Größe beinhalten, sollten jedoch definitiv strategischen Charakter haben. Hier haben wir die OKR auf Unternehmensebene bestimmt. Bei den unteren Ebenen spielt dann wiederum der individuelle Faktor und der Bezug zu den nächstgrößeren OKR eine Rolle.

Beim PC wäre das zum Beispiel der Hardware-Techniker, der ein platzsparendes Gehäuse entwickelt, um den Materialverbrauch in der Herstellung zu senken. Sein individueller Faktor ist die Entwicklungskompetenz für das Gehäuse, der Bezug zu den großen OKR wäre an dieser Stelle die Kostensenkung des Produkts auf unter 1.000€.

Roadmap: So kann eine OKR-Umsetzung aussehen

  • Pro Quartal werden OKR festgelegt (Bottom-Up-Verfahren) und allen Mitarbeitern präsentiert
  • Montagsbesprechung – Sheet vorbereiten
    1. Was sind die Prioritäten diese Woche?
    2. Was sind die Projekte in den nächsten 4 Wochen?
    3. Wie ist der Status der aktuellen OKR (x von 5 erreicht)
    4. Aktuelle Issues / Probleme
  • Freitag: Gewinner Session veranstalten
    • Feiern, was man geleistet hat – jeder kann seine Erfolge zeigen
    • Smalltalk hilft dem Spirit und informellen Austausch

Fazit: OKR bringt die PS auf die Straße

Die OKR-Methode ist im Großen und Ganzen nicht kompliziert. Die Verknüpfung von Zielen mit messbaren Schlüsselergebnissen gibt der täglichen Arbeit im Unternehmen ein greifbares „Warum“. Durch die Aufteilung in die verschiedenen Ebenen im Business kann jedes Team und jeder einzelne Mitarbeiter seine eigenen Ambitionen freisetzen, ohne dass er bei Nicht-Erreichung Angst vor drastischen Konsequenzen haben muss.

Dennoch ist das OKR-Vorgehen kein Selbstläufer und bringt systembedingte Herausforderungen mit sich. Am bedeutsamsten ist hier die umfassende Kommunikation im Unternehmen sowie die Bereitschaft von jedem Mitarbeiter, diese Art der Zielsetzung  mitzutragen.

Wie werden in deinem Business Ziele festgelegt und gemessen?


Könntest du dir vorstellen, die OKR-Methode zukünftig einzusetzen? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.

Meine Buchtipps:

Mein Linktipp:

OKR- die Wunderwaffe von Google (t3n.de)

Mein Videotipp:

Bildquellen: pexels.com