Ist der Hype um Amazon überhaupt noch berechtigt?

Wir alle kennen Amazon und mit recht hoher Wahrscheinlichkeit hast du dort auch schon mal etwas bestellt. Der eCommerce Riese hat sich mit rasanter Geschwindigkeit ein Imperium aufgebaut, das bereits weit über den Kosmos des Handelsplatzes hinausgeht und sich vermutlich noch weiter ausdehnen wird.

In der Wirtschaftspresse wird Amazon für seine unternehmerische Stärke gerne in den höchsten Tönen gelobt. Aber auch der Global Player hat einige Baustellen und Schwächen, die man in den Medien eher seltener zu hören bekommt. Auf diese möchte ich in diesem Artikel eingehen und die Frage klären, ob der Hype um Amazon denn noch gerechtfertigt ist.

Vorab: Wo Amazon weiterhin wachsen dürfte

Bevor ich auf die aktuellen Schwachstellen von Amazon zu sprechen komme, darf ich der Fairness halber natürlich nicht die Erfolge und Potenziale des US-Konzerns unterschlagen.

Ein Fakt hat mich dabei besonders überrascht: Wenn es um die Produkt-Suche geht, wurde Google mittlerweile von Amazon überholt. Die Ergebnisse einer Studie von Jumpshot haben gezeigt, dass 54% aller Produkt-Suchen bei Amazon starten und rund 46% bei Google. 2015 war dieses Verhältnis noch umgekehrt.

In der Logistik wurde Amazon leichtfertig überschätzt

Einen ganz besonderen Fokus legt Amazon derzeit auf das Logistikgeschäft. Denn der Versand von Amazon-Paketen ein Eigenregie hat durchaus Vorteile für den Handelsgiganten:

In Hamburg ist der eigene Zustelldienst „Amazon Logistics“ zum Beispiel bereits im Einsatz. Da Amazon ja ganz genau weiß, welche Produkte in den Paketen sind, kann das Zeitmanagement der Zustellung deutlich erleichtert werden. Wenn das Produkt nicht von großem Wert ist, wird ein Übergabenachweis ganz gerne mal vernachlässigt. Geht es verloren, sendet Amazon einfach ein neues Paket. Eine Vorgehen, das bei anderen Paketdienstleistern so nicht möglich ist, die Nachlässigkeiten bei der Zustellung aber trotzdem vermehrt auftreten.

Gerade bei den Transportdienstleistern war man besonders skeptisch, was eine eigene Lieferflotte von Amazon betraf und stempelte diese als äußerst unwahrscheinlich ab. Mit dem Kauf von 20.000 Mercedes Sprintern hat sich der Konzern kurzerhand zum weltweit größten Sprinter-Kunden für Daimler entwickelt. 2020 soll Amazon mit seinen regionalen Transportgesellschaften auch deutschlandweit in der Breite vertreten sein. Und das Wachstum von Prime Air ist seit 2015 ebenfalls positiv und bringt andere Fracht-Airlines zunehmend in Bedrängnis.

Nun komme ich aber zu den weniger erfreulichen Umständen, die Amazon derzeit beschäftigen…

Drei Bereiche, in denen Amazon aktuell schwächelt

Bereich Nr. 1: Ein schwaches Wachstum

Der dritte Quartalsbericht 2018 hatte die Anleger trotz vermeintlich guter Zahlen enttäuscht: Obwohl sich der Konzern in der Breite sehr gut aufstellt, wird das immer langsamer werdende Umsatzwachstum kritisch betrachtet. Vor allem deshalb, weil Amazon in den letzten Jahre eine umfangreiche Expansionsstrategie fährt, die eigentlich hohe Wachstumsraten beim Umsatz erzeugen müssten.

Während Amazon beim Umsatzwachstum also mit einem Durchhänger zu kämpfen hat, bleibt die amerikanische Konkurrenz mit dem Fuß auf dem Gas: Laut Jumpshot verzeichnete die Supermarkt-Großmacht Walmart im Jahresvergleich mehr als dreimal so hohe Wachstumsraten als Amazon über verschiedene Kategorien hinweg.

Bereich Nr. 2: Das Problem mit der Marktmacht

Man könnte meinen, Amazon ist einer Haupttreiber für den langsamen Tod des Einzelhandels, der sich gegen die Übermacht aus den USA kaum wehren kann. Für einige Branchen ist das sogar durchaus der Fall: In mindestens sechs Kategorien nimmt Amazon jeweils mehr als 80% Marktanteil ein. Kaum verwunderlich, dass die Monopol-Vorwürfe immer lauter werden und zum Teil sogar schon die Zerschlagung des Unternehmens gefordert wird.

Das Interessante ist:

Im Bereich Möbel oder Frauenbekleidung liegt der Marktanteil von Amazon gerade mal unter 50%.

Tendenz fallend.

Während in der Möbel-Branche IKEA hervorragende Marktanteilssteigerungen von über 50% allein im Jahresvergleich zwischen 2017 und 2018 einfährt, fällt Amazon im gleichen Zug um knapp 11%. Noch drastischer fällt der Verfall des Marktanteils im Bereich der Frauenklamotten aus: Dort sinkt der Marktanteil von Amazon um 30% innerhalb eines Jahres, während der von H&M um 77% steigt.

Bereich Nr. 3: Schwierigkeiten im Lebensmittelgeschäft

Momentan fährt Amazon im Food-Bereich noch zweitgleisig: Da gibt es zum einen AmazonFresh, das seit 2017 in ausgewählten Städten in Deutschland verfügbar ist und taggleiche Lieferungen frischer Lebensmittel ermöglicht. Je nach Schnelligkeit und Mindestbestellwert kommen zu den 9,99 Euro, die für Prime-Mitglieder monatlich anfallen, gegebenenfalls weitere Zusatzkosten hinzu.

Der Dienst PrimeNow hat außer den Liefergebühren für bestimmte Zeitfenster oder geringwertige Lieferungen keine zusätzlichen Gebühren. Hier können neben Lebensmitteln aber auch andere Artikel in ausgewählten Regionen taggleich zugestellt werden.

Für den Kunden bedeutet das zwei verschiedene Konstrukte, die bis auf kleinere Abweichungen im Grunde dieselbe Dienstleistung anbieten. Eine Fusion der beiden Dienste ist daher auf absehbare Sicht kein unwahrscheinliches Szenario.

Ebenfalls Probleme gibt es bei dem Modell der eigenen Supermärkte unter der Flagge Amazon Go. Was bei der Eröffnung in Seattle noch für großen Medienrummel gesorgt hat, ist im Ausland zum Teil bereits gängige Praxis oder auf dem Vormarsch.

In China unterhält der Großkonzern Alibaba „Hema“ Supermärkte, in denen Kunden ihre Waren ohne Mitarbeiterkontakt ganz bequem einscannen und bezahlen können. Bei der niederländischen Supermarkt-Kette Albert Heijn halten die Kunden ihre Kundenkarte einfach an das Preisschild und der Preis für die Ware wird entsprechend gescannt und abgebucht.

Mein Fazit: Eine Euphoriebremse ist angebracht

Es ist unbestritten, dass Amazon auch in den nächsten Jahren ein großer Machtblock im E-Commerce bleibt. Das Unternehmen hat sich in vielen Bereichen Vormachtstellungen erkämpft und wird in Zukunft noch weitere Gebiete erschließen, die das Leben der Kunden immer weiter beeinflusst.

Du siehst an meinen Beispielen aber auch, dass längst nicht alles glatt läuft beim Konzern aus Seattle. Vor allem am Umsatzwachstum und den Marktanteilen einiger Branchen hat man gesehen, dass die Konkurrenz keinesfalls schläft oder paralysiert ist. Amazon kann trotz vermeintlicher Monopolstellung diverse Einbußen gegenüber denjenigen Portalen nicht verhindern, die in ihrem Spezialgebiet eine umfangreiche Experten-Positionierung etabliert haben.

Auch der Einstieg in neue Märkte läuft nicht immer im Handumdrehen – der Lebensmittelbereich ist ein schwieriges Pflaster und es wird wahrscheinlich noch etwas Zeit ins Land gehen müssen, bis eine breite Etablierung bei den Kunden möglich wird.

Bis dahin sollte die Devise lauten, dem Hype um Amazon nicht blind zu folgen. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen hat noch keinem Journalisten oder Investor geschadet 😉

Was ist deine Meinung zu dem Thema?

Siehst du den Amazon-Hype für gerechtfertigt oder wo siehst du weitere Schwächen des Mega-Konzerns? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.

Meine Buchtipps:

The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google

Amazon Marketplace: Das Handbuch für Hersteller und Händler

Meine Linktipps:

Amazons heimlicher Aufstieg zum Airline-Riesen (WirtschaftsWoche)

The Competitive State of eCommerce Marketplaces (Jumpshot Studie)

Meine Videotipps:

Amazon Deutschland wird 20 Jahre alt: Gründungsmitarbeiter berichten von den Anfängen

Jeff Bezos Doku von Aktien mit Kopf

Bilder / Grafiken: pexels.com pixabay.com jumpshot.com

Ist Bitcoin überhaupt noch attraktiv? Was dafür und dagegen spricht…

Der Hype um die Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin zum Jahresende 2017 ist dir mit Sicherheit noch im Gedächtnis. Danach kam im Prinzip das, was irgendwann hätte kommen müssen: Es kam bei mehreren Kryptos zu teils erheblichen Kurskorrekturen nach unten – die Euphorie war zunächst gedämpft.

Nun ist die Zukunft von Bitcoin & Co. offen, da die Kurse sich eine relativ gleichmäßige Achterbahnfahrt liefern. Mittlerweile haben sich auch schon Alternativen zur Blockchain wie zum Beispiel Hashgraph entwickelt.

In diesem Artikel möchte ich dir einmal meine Einschätzungen in Form von ein paar Pro- und Kontra-Argumenten wiedergeben, ob es für den Bitcoin noch eine glorreiche Zukunft geben kann.

Pro-Argumente: Was spricht für Bitcoin?

Pro #1: Die technische Weiterentwicklung

Seit der ersten Veröffentlichung des Bitcoin und der dazugehörigen Blockchain hat sich von technischer Seite eine Menge getan. IT-Experten auf der ganzen Welt haben die Technologie hinter dem Bitcoin erheblich weiterentwickelt. Besonders im Bereich der Skalierung konnten durch die sogenannte Lightning Methode Fortschritte beim Transaktionsaufwand erzielt werden.

Der Quellcode ist heute auf einem bereits sehr hohen Niveau ausgereift und wird auch in Zukunft weiter optimiert werden, was wiederum die Effizienz und die Breite der Nutzungsmöglichkeiten verbessert.

Pro #2: Gesellschaftlicher Bekanntheitsgrad

Die Blockchain-Technologie wird von den meisten Experten in höchsten Tönen gelobt. Prognosen behaupten regelmäßig, dass sie unsere heutige Welt noch radikal verändern wird. Damit haben auch Kryptowährungen wie der Bitcoin gute Chancen, vom Wachstum der Technologie zu profitieren.

Mit dem Bitcoin-Hype 2017 fand das Thema auch zunehmend in den „Mainstream-Medien“ statt, sodass im Jahr 2018 eine größere Zahl an Menschen zumindest schon mal etwas von Bitcoin und Blockchain gehört hat. Gerade im Krypto-Bereich kann ein bereits vorhandener Bekanntheitsgrad die Verbreitung erheblich vereinfachen und verschlingt womöglich auch weniger Marketingbudget.

Pro #3: Einstieg von Banken in die Krypto-Szene

Bitcoin hat das Potenzial, weit mehr als nur eine direkte Spekulationswährung darzustellen. Die Einbindung als Finanzinstrument kann bei steigendem Vertrauen eine größere Rolle für Banken und Versicherungen einnehmen.

Zur Hochphase des Hypes wurden die ersten Bitcoin-Futures herausgegeben und somit das Spektrum des Derivate-Geschäfts erweitert. Auch ETFs auf Bitcoin sind bereits in den Planungen, die bisher aber an den Aufsichtsbehörden gescheitert sind.

Es ist aber durchaus möglich, dass diese Blockade irgendwann aufgehoben wird. Damit würde ein neues Anlagefeld für Banken und Pensionsfonds eröffnet, in das jede Menge Kapital fließen kann.

Kontra-Argumente: Was spricht gegen Bitcoin?

Kontra #1: Aufsichtsrechtliche Verbotswellen

Es ist kein Geheimnis, dass Bitcoin leider auch für illegale Zwecke genutzt werden kann bzw. eine Möglichkeit darstellt, Geldbeträge länderübergreifend ohne staatliche Kontrolle zu transferieren. Das löst bei einigen Staaten erhebliche Bedenken aus und so haben unter anderem Russland, China und Bangladesch den Krypto-Handel verboten.

Auch in anderen Ländern betrachten die Finanz- und Aufsichtsbehörden die Kryptowährungen kritisch. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich auch andere Länder dazu entscheiden könnten, den Handel mit Bitcoin & Co. zu verbieten oder mit erheblichen regulatorischen Auflagen zu versehen.

Eine derartige Entwicklung wäre mit Sicherheit nicht im Sinne der Erfinder und könnte das Wachstumspotenzial der Kryptowährungen eindämmen.

Kontra #2: Schwache ICOs und Shitcoins

Der Krypto-Hype 2017 hat dafür gesorgt, dass Startup-Finanzierungen mitunter über Ether oder Bitcoins abgewickelt werden konnten. Darüber hinaus entstanden und entstehen heute noch neue Währungen über Initial Coin Offerings (ICO), bei denen es in der Vergangenheit leider teilweise zu Diebstählen und Betrügereien gekommen ist.

Auch die Finanzierungen sind nicht immer reibungslos verlaufen, haben einfach nicht genug Kapital eingespielt oder zugrundeliegende Startups sind krachend gescheitert. Für die Vertrauensbasis in Kryptos und Bitcoin im Speziellen und den Anlage-Anreiz ist das natürlich wenig förderlich.

Hinzu kommt, dass mit den zahlreichen ICOs auch viele Shitcoins auf den Markt gekommen sind. Damit sind die Kryptowährungen gemeint, die zum Teil aus sinnlosen oder absurden Beweggründen gegründet worden sind.  Bei denjenigen, die diese Coins immer noch halten, haben sich mittlerweile hohe Verluste entwickelt, da die Währungen nicht wirklich zu gebrauchen sind.

Es wird damit gerechnet, dass 2018 mehrere Kryptowährungen bzw. Shitcoins wieder vom Markt verschwinden werden – ein Schicksal, das Bitcoin zwar nicht unmittelbar erwartet, jedoch kein absolut unrealistisches Szenario darstellt. Ähnlich wie bei den Betrugsfällen sind dutzende gescheiterte Kryptowährungen kein besonders starkes Argument für hohe Investitionen in Bitcoin.

Kontra #3: Fehlende Alltagstauglichkeit

Bitcoin existiert nun schon mehrere Jahre am Markt, als Zahlungsmittel hat er sich aber nach wie vor nicht durchsetzen können. Zu groß sind oft die Risiken, die Skalierungsprobleme sind noch nicht umfassend gelöst.

Auch die hohe Volatilität, die 2017 angefangen und bis heute Bestand hat, erschweren die Umsetzung als Alternative zu den nationalen Währungen. Stabile Umrechnungskurse sind für den alltäglichen Kapitalverkehr von entscheidender Bedeutung, der Kurs des Bitcoin hingegen scheint unberechenbarer als nationale Währungen und lässt sich kaum kontrollieren.

Zudem fehlt für eine Alltagsnutzung wie zum Beispiel im E-Commerce oder sonstigem Warenverkehr im Privatbereich noch die breite Masse an interessierten Nutzern. Vor allem die Deutschen fürchten ohnehin schon die Abschaffung des beliebten Bargelds, eine rein digitale Währung löst daher bei den wenigsten hohe Begeisterung aus.

Dementsprechend dünn fällt auch das Angebot an Bezahlmöglichkeiten mit Bitcoin aus. Auch andere Kryptowährungen, die für diesen Zweck zum Teil sogar besser geeignet sind, stehen bei der Verbreitung eher schlecht da. Ein schlagartiger Durchbruch erscheint zunehmend unwahrscheinlicher.

Mein Fazit zur Entwicklung des Bitcoins

An meinen Pro- und Kontra-Argumenten wirst du jetzt wahrscheinlich festgestellt haben, dass ein eindeutiges Urteil zur weiteren Entwicklung von Bitcoin schier unmöglich ist. Es bleibt schwer abzusehen, ob die Chancen die Risiken überbieten werden und der Bitcoin als Pionier der Kryptowährungen einen erfolgreichen Weg einschlagen kann.

Es kann ebenso zu einem langsamen Ende der Krypto-Szene kommen, während sich die Blockchain-Technologie auf andere Weise ihren Erfolgsweg bahnt. Zum heutigen Zeitpunkt sind beide Szenarien völlig offen.

Wichtig aus meiner Sicht ist es, das Thema Bitcoin und Blockchain nicht als hochriskant und komplex abzuschreiben, sondern den Bereich weiter zu beobachten. Ich gehe davon aus, dass es hier weiter spannend bleiben wird.

 

Wie beurteilst du die aktuelle Lage des Bitcoin?

Geht die Kryptowährung ihrem langsamen Ende zu oder haben wir es hier nur mit einer Verschnaufpause zu tun?

Ich bin gespannt auf deine Meinung 🙂

Ich verrate dir meine besten Buchtipps für persönlichen Weiterentwicklung:

Diese Bücher haben mein Finanzdenken geprägt (zum Artikel)

Die aktuellen Buch-Bestseller (zur Übersicht)

Meine Buchtipps zum Thema Bitcoin, Blockchain & Co.:



Meine Linktipps:

Meine Videotipps:

Finanzfluss erklärt das Prinzip von Bitcoins für jeden verständlich

Kolja Barghoorn von Aktien mit Kopf klärt über Bond Futures auf

5 Ideen zu Kryptowährungen von / mit Julian Hosp

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DSGVO: Was ändert sich für wen? – Ein Überblick

Das Thema der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist dir mit Sicherheit in letzter Zeit mehrfach begegnet. Dabei handelt es sich um eine einheitliche europäische Regelung zum Schutz von persönlichen Daten und politischen Strukturen, die am 25. Mai 2018 in geltendes Recht umgewandelt wird.

Betroffen sind sämtliche privaten und öffentlichen Organisationen im Rechtsbereich der EU sowie solche, die Daten von EU-Bürgern verarbeiten.

Auch wenn bereits viel zur DSGVO geschrieben wurde, den ganz großen Durchblick bekommt man dadurch nicht immer. In diesem Artikel stelle ich dir einmal die wesentlichen Änderungen vor, die sich für den Endverbraucher und Unternehmen ergeben.


Die private Sicht – so profitieren die Verbraucher

Einer Datenschutzregelung unterliegt ja in den meisten Fällen die Intention, dass der Endverbraucher möglichst weitreichend vor dem Missbrauch seiner persönlichen Daten geschützt wird. Die DSGVO verfolgt auf dem Papier auch entsprechend diesen Ansatz und räumt dem Verbraucher zukünftig mehr Rechte ein.

Da wäre zunächst die ausgebaute Auskunftspflicht von Unternehmen gegenüber seinen Kunden (und auch Mitarbeitern) zu nennen. So muss das Unternehmen auf Anfrage des Kunden einen strukturierten Export sämtlicher über den Kunden gespeicherte Daten ermöglichen.

Wenn der Kunde es verlangt, sind die gespeicherten Daten auch schnellstmöglich zu löschen bzw. zu sperren. Das „Recht auf Vergessenwerden“ ist dazu ein oft genanntes Stichwort. Bisher war es häufig im Zusammenhang mit Suchmaschinen wie Google & Co. zu hören, es gilt aber genauso für jedes andere Unternehmen, das personenbezogene Daten speichert.

Konkrete Gründe für die Datenlöschung liegen zum Beispiel dann vor, wenn der Betroffene die Einwilligung widerruft, die Datenverarbeitung grundsätzlich unzulässig war oder der Zweck der Datenverarbeitung entfallen ist.

  • Ein neues Recht für die Nutzer ist die sogenannte Datenportabilität. Das bedeutet, dass Verbraucher ihre Daten von einem Anbieter zum anderen übertragen lassen können. Nach Aufforderung ist das Unternehmen dazu angehalten, die Kundendaten in einem „gängigen Format“ entsprechend weiterzugeben.
  • Außerdem muss ein Endverbraucher auf der Grundlage der DSGVO absolut transparent über die Nutzungszwecke seiner Daten informiert werden. Dazu sind die jeweiligen Genehmigungen ordnungsgemäß einzuholen und eine leicht verständliche Art und Weise der Präsentation gewährleistet werden.


Die Unternehmer-Sicht – diese Pflichten solltest du auf dem Schirm haben

Wenn auf der Seite der Verbraucher mehr Rechte entstehen, kommen meistens unweigerlich auch mehr Pflichten auf die Gegenseite der Unternehmen und Organisationen zu – so auch bei der DSGVO.

  • Zum Beispiel benötigt spätestens ab dem 25. Mai 2018 jedes Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern einen eigenen Datenschutzbeauftragten (DSB), der sich um die sachgerechte Dokumentierung von personenbezogenen Daten und Prozessen kümmert.
  • Cookies sind ein sehr häufig verwendetes Tool im Web – auch hier entsteht durch die DSGVO eine bedeutsame Änderung: Statt stiller Zustimmung durch weiteres Surfen wird mit der neuen Verordnung eine explizite Zustimmung des Nutzers zu Cookies erforderlich.
  • Der Strafkatalog für Datenschutzverletzungen wurde recht drastisch verschärft: Zuvor waren die Höchststrafen mit Bußgeldern von rund 150.000 Euro beziffert. Ab dem 25. Mai weitet sich das Strafmaß auf bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des Jahresumsatzes aus. Damit will die EU vor allem bei großen Konzernen dafür sorgen, dass die Verpflichtung eines ordentlichen Datenschutzes ernstgenommen wird.

Ebenso verschärft sich die Regulatorik in den Bereichen Datenhandling und Compliance für Unternehmen. Ein Schritt, der aus meiner Sicht für viele Unternehmen tatsächlich notwendig ist, da ich in den letzten Jahren diverse Negativbeispiele bei Unternehmen beobachten konnte.

Weiterhin gilt das Prinzip der zweckgebundenen Erhebung und Verarbeitung von Daten. Zusammen mit der DSGVO wird das dazu führen, dass Unternehmen sich verstärkt um Datensparsamkeit bemühen müssen – sprich nur die Daten erheben und verwerten, die tatsächlich benötigt werden.


Was bedeutet die DSGVO für Unternehmen in Zukunft?

Zweifelsohne führt eine einheitliche Datenschutzgrundverordnung für viele Unternehmen zu einem teils drastischen Mehraufwand. Diejenigen, die sich bereits ausführlich um ihren Datenschutz gekümmert haben, werden hingegen nur überschaubare Anpassungen vornehmen müssen.

Besonders kleinere Unternehmen können aus der Möglichkeit expliziter Zustimmung des Kunden aber auch Vorteile ziehen. Haben sie erst einmal die Einwilligung, können im Rahmen der Zweckbindung mitunter viel bessere personalisierte Services entstehen und angeboten werden.

Spielt man das Spiel noch ein bisschen weiter, dann kann die DSGVO zukünftig auch die Eröffnung neuer Geschäftsmodelle ermöglichen:

So könnten sich Unternehmen beispielsweise als Datenhändler positionieren, bei der Nutzer ihre Daten für Geld, Gutscheine oder andere Vergünstigungen verkaufen können. Die „Databroker“ verkaufen diese Daten mitsamt der entsprechenden Einwilligung dann an interessierte Unternehmen weiter.

Rechtlich sollte dabei immer die Wachsamkeit und Achtsamkeit im Fokus stehen, ebenso wie die Konzentration auf gepflegte und leicht abrufbare Nutzerdaten im jeweiligen EDV-System.


Und wie sieht es mit der Umsetzung aus?

Einen besonders großen Enthusiasmus hat die DSGVO bei den Unternehmen sicherlich nicht ausgelöst. Leider hilft das Jammern nichts, der 25. Mai ist und bleibt der Stichtag der spätestmöglichen Umsetzung der Verordnung, die im Prinzip schon seit 2016 in Kraft getreten ist.

Bedauerlicherweise scheinen viele Unternehmen bei der Umsetzung überfordert zu sein oder haben diese schlichtweg verschlafen. Laut Umfragen aus dem Sommer 2017 waren 9 von 10 Unternehmen noch nicht in der Lage, die DSGVO umzusetzen.

Rund 53% der Befragten gingen sogar davon aus, dass sie die Umsetzung nicht pünktlich zum Stichtag erreichen. Zwei Drittel befanden sich zu diesem Zeitpunkt in einer „Orientierungsphase“ der Umsetzung, während die Hälfte das Ausmaß und die Herausforderungen der Datenschutzgrundverordnung noch nicht einmal richtig abschätzen konnten (mehr Infos dazu findest du im Whitepaper von Commanders Act).


Es ist zwar möglich, dass sich diese Zahlen knapp einen Monat vor dem Stichtag verbessert haben und heute mehr Unternehmen und Organisationen allmählich den Zugzwang spüren.

Beschwören sollte man es allerdings nicht und das zeigt recht eindeutig, dass die Unternehmen nicht für eine stichtagsgerechte Umsetzung gewappnet sind. Inwieweit größere Abmahnwellen die Zeit nach dem Stichtag bestimmen werden muss sich erst noch zeigen.

Die Devise muss daher lauten: Nicht auf die lange Bank schieben, sondern gleich die notwendigen Schritte einleiten.

Wie sieht es bei dir aus?
Hast du oder dein Unternehmen schon die DSGVO-Vorgaben erfüllt?
Wo gibt es aktuell noch die größten Probleme?

Schreib es mir gerne unten in die Kommentare.

Meine Linktipps

Meine Videotipps

Youtube-Rechtsanwalt Christian Solmecke (Kanzlei WBS) – mehrere Videos zur DSGVO auf dem Kanal

Nikolaus Kolba mit einer umfassenden Playlist zur praktischen Umsetzung vieler Tools

Die DSGVO in der Kurzfassung von explainity

Bildquellen: pexels.com

Wie Enfore beim stationären Point-of-Sale neue Maßstäbe setzt

Du hast es mit Sicherheit schon häufiger gehört: Die Digitalisierung bereitet dem stationären Einzelhandel Probleme. Weniger Umsatz durch wachsenden E-Commerce und weniger Laufkundschaft in den Innenstädten sind nur zwei Gründe dafür.

Preiskämpfe mit Internetanbietern oder großen Unternehmen und Ketten sind selten von Erfolg gekrönt. Punkten kann der Einzelhandel in erster Linie über kompetenten Service und ein möglichst angenehmes Einkaufserlebnis für den Kunden.

Um insbesondere letzteres in hohem Maße erfüllen zu können, hat die enfore AG aus Berlin ein smartes Kassensystem entwickelt, das vor allem an kleine und mittlere Unternehmen gerichtet ist. Da ich das Konzept sehr spannend finde, möchte ich es dir in diesem Artikel einmal kurz vorstellen.

Was ist das Angebot von Enfore?

Enfore hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Point-of-Sale (POS) Modell zu entwickeln, das über die üblichen Funktionen eines Kassensystems hinausgeht. Die Zielgruppe von enforePOS ist dabei recht umfangreich, bezieht sich aber wie bereits erwähnt eher auf die kleinen und mittleren Unternehmen.

Von Restaurants, Cafés oder Hotels über Bekleidungs- und Fachgeschäfte bis hin zu den klassischen persönlichen Dienstleistungen wie Friseur, Wäscherei oder Schlüsseldienst ist das System auf nahezu alle Branchen mit Kundengeschäft anwendbar.

Neben der Software, die auf unterschiedlichen Endgeräten installierbar ist, entwickelt Enfore auch eigene Geräte wie den enforeDasher oder das enforePayPad, die passgenau auf die enforePOS Software ausgerichtet sind. Über „enforeCare“ wird Benutzern darüber hinaus ein entsprechendes Support-Angebot bereitgestellt.

Der kleine Helfer an der Kasse: So sieht das enforeDasher aus.

Was macht Enfore denn so besonders?

Strategisch geht Enfore den Weg der Gesamtlösung – sowohl Software als auch eigene Geräte werden selbst entwickelt. Die Software funktioniert jedoch genauso auf sämtlichen gängigen Endgeräten und Betriebssystemen. Das schont vor allem Unternehmen, die sich von der komplett analogen Geschäftsabwicklung bereits verabschiedet haben und bereits mit Tablets, Smartphones und/oder PC an der Kasse arbeiten.

Bei genauerer Betrachtung der enforePOS Software wird deutlich, dass funktional auch tatsächlich das geboten wird, was ein stationärer Einzelhandel auf jeden Fall benötigt. Dazu gehört neben dem grundlegenden Kassensystem auch Anwendungsmöglichkeiten für Reservierungen, Customer Relationship Management (CRM) sowie einem Inventar- und Einkaufsmanagement für die Prozesse hinter der Ladentheke.

Eine Kurzübersicht der in der Software enthaltenen Anwendungen findest du hier.

Warum Enfore das Zeug zum Big Player hat

Je nach Region geht es bei den verschiedenen Einzelhändlern nur sehr schleppend voran, was Digitalisierung und Verschlankung von Prozessen angeht. Enfore will dieses Problem aktiv angehen und stellt dafür in den notwendigen Bereichen entsprechende Angebote zur Verfügung.

Wenn du dir mal die Köpfe hinter Enfore anschaust, wirst du recht schnell feststellen, dass es sich hierbei nicht um ein blauäugiges Startup handelt. Die enfore AG des deutschen Gründers Marco Boerries ist sein viertes Unternehmen und wurde bereits 2009 gegründet. Erst 2017 wurde die Enfore Produktpalette schließlich gelauncht, zuvor fand eine ausführliche Entwicklungsphase statt.

Marco Boerries sagt dir nix? Seine erste Firma Star Division hat zum Beispiel die bekannten Office Softwares Star Office und Openoffice.org entwickelt. Später konnte er Star Division lukrativ an Sun Microsystems verkaufen und Anteilseigner bleiben. Außerdem hat Boerries 1996 die Star Finanz gegründet und mit Star Money die beliebte Online Banking Software für die Sparkassen herausgebracht.

Die Investoren rund um Enfore

Enfore hat somit nicht nur einen erfahrenen und vor allem erfolgreichen Gründer, hinter ihm stehen auch namhafte Investoren, die an seine Idee glauben. Dazu gehören neben Venture Capital Gebern auch private Investoren. Hier eine Auswahl:

  • T-Venture: Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom
  • Index Ventures: Risikokapitalgesellschaft, die u.a. auch Dropbox, Skype oder Soundcloud unterstützt hat
  • Jerry Yang: Mitgründer von Yahoo! und Gründer von AME Cloud Ventures
  • Lars Hinrichs: Bekannt als Gründer von XING und Business Angel

Du siehst also: Die Chancen für Enfore stehen nicht schlecht, für kleine Unternehmen im Dienstleistungsbereich zum umfassenden Partner im Kundengeschäft zu werden.

Software und technische Geräte machen einen guten Eindruck, die Unterstützung bekannter Investoren in die Erfahrung von Marco Boerries geben ein zuversichtliches Signal. Sofern du selbst in der Branche tätig bist oder andere Unternehmer aus diesem Bereich kennst, kann sich ein genauerer Blick auf Enfore durchaus lohnen.

Ich bin gespannt, wie die weitere Entwicklung für Enfore aussehen wird. Wie sieht es bei dir aus? Findest du, dass Enfore ein gutes Angebot hat oder kennst du Unternehmen, die es aktuell noch besser machen?

Schreib mir dazu gerne einen Kommentar unter diesem Artikel.

Weitere Informationen zu Enfore

Telekom auf der CeBit 2017 über Enfore und digitale Kassen

Interview mit Marco Boerries über Enfore aus dem März 2017 (vor dem Launch)

Bildquellen:  https://www.enfore.com/de/press ; pexels.com (Beitragsbild)

5 essentielle Gründe, warum Du Big Data keinesfalls verschlafen solltest

Die Erhebung und Auswertung von riesigen Datenmengen – das ist der Markenkern des Zukunftsbegriffs Big Data. In vielen Unternehmen findet dieses Prinzip bereits Anwendung. Das unerschlossene Potenzial ist in diesem Bereich jedoch noch sehr hoch.

In diesem Artikel möchte ich dir fünf wichtige Gründe auf den Weg geben, weshalb du dich mit Big Data unbedingt näher befassen und es in deinem Unternehmen vorantreiben solltest. Am Ende des Artikels habe ich dir außerdem einige interessante Lese- und Videotipps zusammengestellt.


Grund Nr. 1: Denken wir neu – die Strategie

Ohne ein Mindestmaß an Datengrundlage wird es für jedes Unternehmen und jede Institution schwer, strategische Entscheidungen zu treffen. Die vorliegenden Daten sollten darüber hinaus natürlich auch aussagekräftig ausgewertet werden.

Dieser Ansatz ist keineswegs neu, aber mit Big Data wird dieser Prozess der Datenauswertung auf ein neues Level angehoben. Aufgrund ihrer Schnelllebigkeit und ihrer zunehmenden Größe werden Daten oftmals für die heutigen Technologien der Datenbanken und Management-Systeme zu umfangreich.

Ist die technische Voraussetzung für Big Data Systeme erst einmal gegeben, kann die Auswertung der eigenen Daten weitaus differenzierter und aussagekräftiger erfolgen. Für die strategischen und operativen Entscheidungen bedeutet das vor allem bessere Reaktionsfähigkeit und höhere Effizienz.


Grund Nr. 2: Die Effektivität interner Prozesse

Interne Prozesse zu optimieren ist mitunter das Resultat aus strategischen Entscheidungen, die mit Big Data einhergehen. Das kann beispielsweise in einem Produktionsbetrieb von Nutzen sein, wenn es darum geht, die Abhängigkeiten und Auslastungskapazitäten von Maschinen und Abläufen darzustellen.

Ein datenbasiertes System, das sehr präzise Produktionsdaten miteinander verknüpfen kann, zeigt schneller Handlungsspielräume auf und verbessert so die Effizienz.

Je mehr Detailwissen über den Produktions- oder Dienstleistungsprozess bekannt ist, desto besser wird zwangsläufig auch die Kalkulationsgrundlage. Denn eine genaue Abschätzung der benötigten Betriebsmittel kann unnötige Kosten einsparen und Investitionsvolumen lassen sich realistischer planen.


Grund Nr. 3: Das Datengold beginnt zu glänzen

Ein Unternehmen generiert je nach Größe und Branche unterschiedlich viele Daten. Offensichtliche Größen und bekannte Kennzahlen werden dabei mittlerweile nahezu überall berechnet und aufbereitet.

Wenn man von Big Data hört, dann kommt früher oder später der Spruch „Daten sind das neue Gold“. Streng genommen war das schon immer der Fall; das digitale Zeitalter kann nun nur noch viel mehr Daten erheben und entsprechend auch mehr Erkenntnisse daraus gewinnen.

Ohne Big Data wäre es um ein Vielfaches schwerer (wenn nicht sogar unmöglich) riesige Datenmengen sinnvoll auszuwerten und Zusammenhänge zu erkennen, die nur aufgrund der Datenmasse überhaupt sichtbar geworden wären – dazu findest du am Ende des Artikels ein brisantes Video zu dem Thema.


Grund Nr. 4: Big Data zeichnet ein realistisches Bild deiner Kunden

Bei aller Euphorie bringt die Big Data Thematik auch Herausforderungen mit sich – allem voran Datenschutz und Datensicherheit. Dabei wird es essentiell sein, klare Regeln festzulegen, wie man die Daten zu welchem Zweck im gesetzlichen Rahmen auswerten kann und möchte.

Hat man diese Aspekte geklärt, dann kann das Big Data Prinzip dafür sorgen, dass sich das Kundenverhalten weitaus effektiver auf die Ausgestaltung der Produkte und Dienstleistungen auswirkt.

Hier passt das Beispiel der Bank und dem Scoringverfahren bei einem Kreditantrag ganz gut hinein: Big Data ist hier bereits halbwegs Realität und könnte in Zukunft noch ausgebaut werden. Momentan wird das Rating vor allem anhand des Zahlungs- und Tilgungsverhaltens zusammen mit ein paar qualitativen Fragen bestimmt.

Soziodemographische Faktoren können dabei statistisch betrachtet ein genaueres Bild der Ausfallwahrscheinlichkeit liefern, in dem beispielsweise nach Wohnort, Beruf oder Hobbys gefiltert werden.

Je nach Gewichtung der Faktoren ergibt sich hieraus ein aussagekräftigeres Bild der Kunden und die Abschätzung des Risikos und der Ausfallhöhe wird weitaus treffsicherer ausfallen.


Grund Nr. 5: Das Aufrütteln bestimmter Branchen

Die Big Data Thematik ist neben dem privatwirtschaftlichen Sektor natürlich auch für öffentliche Institutionen ein interessantes Instrument zur Verbesserung eigener Prozesse und effizienterer Lösungsfindung.

Die Symbiose daraus könnte vor allem im Bereich der Mobilität sein Potenzial am besten entfalten, wie eine Kurzstudie zur Smart-Data-Begleitforschung gezeigt hat. Als Beispiel wäre hier die intelligente Vernetzung von Ampeln in Kombination mit dem weiten Feld des autonomen Fahrens aufzuführen, die nur mithilfe von großen Datenmengen und maschinellem Lernen umsetzbar sind.

Aber auch die Industrie, der Handel oder das Gesundheitswesen werden in Zukunft wesentliche Profiteure von Big Data sein.

Egal ob smarte Herstellungsprozesse, Planungssimulationen für Lagerhallen oder datenbasierte Diagnostik: Ein Unternehmen, das für diese Zwecke eine geeignete Lösung marktfähig macht, wird mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf sehr große Nachfrage stoßen.


Das waren jetzt nur fünf Gründe, die dich anzuregen sollen, das Thema Big Data mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und zu überlegen, welche Vorteile es möglicherweise für dein Unternehmen bringen könnte.

Damit du direkt an diesen Artikel anknüpfen und dein Wissen in diesem Bereich verstärken kannst, habe ich dir hier noch weitere interessante Web-Inhalte, Bücher und Videos verlinkt. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Meine Linktipps:

Meine Buchtipps:



Meine Videotipps:

SpiegelMining: Ein kurzer Einblick, was Big Data einem Nachrichtenportal entlocken kann

Inspirirender TED-Vortrag über die Perspektiven des maschinellen Lernens und Co.

Interessante Quarks & Co Dokumentation über die Macht der Daten
Beitragsbild: pexels.com/Manuel
weitere Bilder: pexels.com/, Pixabay, Aleksejs Bergmanis

Hashgraph oder Blockchain – was wird sich in Zukunft durchsetzen?

Den Hype um Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen hast du sicherlich noch im Gedächtnis. Nach dem rasanten Aufstieg des Bitcoins im Dezember 2017 trat in diesem Jahr erstmals wieder etwas Ernüchterung bei den Kursen ein. Aus Investitionssicht war ich schon immer sehr kritisch dem Thema gegenüber, beschäftige mich aber dennoch mit damit, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es technologisch Zukunft hat. 

Die meisten medial präsenten Kryptowährungen basieren auf der Blockchain Technologie. Zwar wird ihr im Allgemeinen ein großes Zukunftspotenzial zugesprochen, die Grenzen und Probleme der Blockchain werden mit der Zeit aber immer sichtbarer.

In den vergangenen Monaten haben sich zur Blockchain Technologie ein paar Alternativen entwickelt; dazu gehört unter anderem Hashgraph. Im Folgenden erfährst du, warum der Hype um die Blockchain zukünftig zusammenschrumpfen könnte und in welchen Bereichen Hashgraph Vorteile bringt.

3 Gründe, die die Etablierung von Blockchain massiv bremsen könnten

Grund Nr. 1: Die Speicherkapazität

Jeder Block in einer Blockchain verfügt nur über eine begrenzte Speicherkapazität. Im Fall des Bitcoins führt dies beispielsweise zu langen Wartezeiten und gegebenenfalls hohen Transaktionskosten. Ob die Lightning Technologie für den Bitcoin für weitreichende Entlastung in diesem Bereich sorgen kann, steht zum Zeitpunkt des Artikels noch aus (weitere Infos in den Linktipps).

Währungen wie IOTA umgehen zwar die Problematik der Transaktionsdauer, dennoch benötigt die Blockchain mit jedem neuen Block eine größere Speicherkapazität. Um die gesamte Blockchain des Bitcoin herunterzuladen, benötigt man mehr als 140 GB Speicherplatz – Tendenz steigend.

Große Smartphones kommen da schon an ihre Grenzen und mit steigendem Download-Volumen wird das System für die meisten privaten Rechner weitgehend unattraktiver.

Grund Nr. 2: Der Energieverbrauch

Der zweite Grund hängt im Grunde mit der Speicherkapazität zusammen. Je größer die Blockchain wird, umso mehr Rechenkapazität benötigen die Netzwerk-Teilnehmer, da diese die Daten herunterladen müssen, um eine Transaktion tätigen zu können.

Das Resultat: Es entstehen riesige Serverfarmen für Bitcoin-Mining, die mittlerweile den gleichen Energiebedarf haben wie der ganze Staat Nigeria. Nachhaltig und energieeffizient sieht anders aus.

Grund Nr. 3: Der theoretische Angriffsfall

Im Allgemeinen kann man festhalten, dass jede Transaktion in einem ausgegebenen Block verankert ist und somit nicht mehr ausgetauscht oder verändert werden kann. Das spricht zunächst einmal für ein enorm hohes Sicherheitsniveau.

Das funktioniert jedoch nur, wenn die Teilnehmer selbst keine Manipulation vornehmen. Grundsätzlich muss bei der Verifizierung von Transaktionen 51% der gesamten Rechnerleistung der Blockchain die Zustimmung geben.

Schafft es nun ein einzelner Angreifer diese 51% Rechenleistung zu stellen, so könnte er relativ mühelos die Verkettung der Datenblöcke unterbrechen und offene Transaktionen des zuletzt entschlüsselten Blocks gegen seine eigenen Transaktionen austauschen.

Welche Vorteile die Hashgraph Technologie bietet

Momentan gibt es Hashgraph nur als Source-Code zum Testen, eine eigene Kryptowährung ist für das dezentrale Netzwerk mit Konsensus-Algorithmus noch nicht vorhanden.

Allerdings sind die technologischen Eigenschaften recht vielversprechend, auch die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig. Im Vergleich zur Blockchain liefert die Hashgraph Technologie derzeit folgende Vorteile:

1) Fairness

Mit Hashgraph ist es nicht möglich, dass die Reihenfolge der Transaktionen manipuliert werden kann; gleiches gilt für die Verzögerung oder das Stoppen von Transaktionen.

Bei der Blockchain hingegen hängt die Reihenfolge und die Dauer der Transaktion vom Verhalten der Miner ab. Die Abhängigkeit der Akzeptanz von Minern macht daher das System unter Umständen unfairer.

2) Transaktionsgeschwindigkeit und Energieaufwand

Die Blockchain hat je nach verbundener Kryptowährung noch immer Schwierigkeiten mit der Geschwindigkeit von Transaktionen und dem damit verbundenen Energieaufwand.

Mit Hashgraph sind bis 4.000 Transaktionen pro Sekunde mit bereits wenigen Megabit pro Sekunde übertragen und ist damit auch in privaten Haushalten technisch praktikabel.

3) Byzantinisches Konzept

Im Gegensatz zur Blockchain ist Hashgraph byzantinisch. Das bedeutet, dass ein einzelnes Mitglied oder eine kleine Gruppe den Konsens der gesamten Gemeinschaft nicht verhindern oder nachträglich verändern kann.

4) Effizienz und Kosten

Hashgraph sorgt durch eine effiziente Art der Validierung, dass alle generierten Blöcke nicht verworfen werden. Es ist außerdem kostengünstig, da wie bei diversen Kryptowährungen auf den „Proof-of-Work“ (Mining-Prozess) verzichtet wird.

5) Vorteil bei Smart Contracts

Bei der Blockchain wird ein Zeitstempel für einen Block von dem PC des Miners gesetzt, der den Block generiert hat.

Für Hashgraph gilt stattdessen die sogenannte Konsensuszeit – ein Median, zu der jedes Mitglied die Transaktion erhält. Ein dezentraler und manipulationssicherer Zeitstempel ist besonders im Bereich der Smart Contracts ein wichtiges Element.

Fazit: Was wird die Technologie der Zukunft?

Leider habe ich keine Glaskugel, um diese Frage mit absoluter Sicherheit zu beantworten. Hashgraph setzt mit seinen Features auf jeden Fall einen Schritt in die Tür der Zukunft. Stetige Weiterentwicklung wird hier aber ebenfalls notwendig sein, um neben der Blockchain auch wahrgenommen zu werden.

Momentan wird die größte Hoffnung noch in die Blockchain-Technologie gesetzt. Auch hier besteht aus meiner Sicht noch Optimierungsbedarf.

Aufgrund der technischen Möglichkeiten empfehle ich dir, sowohl bei Blockchain als auch bei Hashgraph auf dem Laufenden zu bleiben. Ich selber sehe beides als reine Spekulation / Zockerei und bin deswegen in keinem dieser Entwicklungen investiert.

Wie siehst du die Entwicklung?

Welche Technologie wird sich deiner Meinung nach durchsetzen und warum?

Schreibe mir deine Antwort gerne in die Kommentare.

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